Immer wieder stellt sich in einem Projekt mit neuen Mitarbeitern die Frage, ob auf das persönliche "Du" oder das eher förmliche "Sie" zurückgegriffen werden soll. Dabei unterscheiden wir zwischen dem Umgang der Projektmitarbeiter untereinander und dem Austausch zwischen Projektleiter und seinem Team. Hat man mehrere Hierarchiestufen im Projekt mit Teilprojektleitern und/oder einem Programmmanager wird die Frage noch komplexer.
Klar ist, dass die Frage im Rahmen der Projektregeln definiert sein muss und sich nicht einfach ergeben sollte, denn das wird, bei einem Team, dass sich noch nicht kennt, zu einer "Grüppchenbildung" führen. Einfach ist es, wenn bereits das Unternehmen eine Philosophie vor gibt. An diese sollte man sich anlehnen, denn wenn untereinander das "Sie" normal ist, sollte ein aufgedrücktes "Du" nicht zu einem merkwürdigen Gefühl bei den Team-Mitgliedern führen. Und umgekehrt aus dem firmenüblichen "Du" im Team ein "Sie" zu generieren, nur weil sich einige noch nicht kennen, würde zur Verwunderung bei den Mitarbeitern führen.
Ist das "Du" in einer Firma weit verbreitet, so ist nach meiner Erfahrung das "Du" in einem Projekt, insbesondere bei längerer Laufzeit und den üblichen Projektherausforderungen, eins der Mittel, das Team auch persönlich zusammen rücken zu lassen. Bereits beim Start-Workshop nimmt man das "Du" als persönliche, aber respektvolle Ansprache mit in die Projektregeln auf und, um das Persönliche zu unterstützen, kann in der Vorstellungsrunde eine Pflichtaufgabe für jeden sein, kurz sein Hobby vorzustellen. Oder noch besser: Die Kollegen stellen sich gegenseitig vor. Nach anfänglichen Hemmungen kann und wird dies die Vorbehalte lösen und das Team zusammen schweißen.
Bereitet der Projektleiter für das Team dann noch Ansteckbuttons mit den Vornamen vor, kann, wird und möchte sich keiner mehr wehren.


